Belgrad

28. Juni 2011

Belgrad (serbisch Beograd) ist die Hauptstadt der Republik Serbien und liegt wie die österreichische Hauptstadt Wien und die ungarische Hauptstadt Budapest un den Ufern der Donau. Belgrad war zu Zeiten des vereinten Jugoslawiens auch dessen gemeinsame Hauptstadt. Die Stadt hat 1,3 Millionen Einwohner und zählt damit zu den größten Städten auf dem Balkan. Mit den Gemeinden der Vorstadt sind sogar knapp 1,6 Millionen Einwohner zu registrieren. Belgrad liegt am Zusammenfluss der Donau und der Save, was ein wesentlicher Faktor für die Entstehung einer städtischen Niederlassung gerade an dieser Stelle war. An der Mündung der Save liegt auch die Festung Belgrad, die als Wahrzeichen der Stadt häufig Mittelpunkt der verschiedensten kriegerischen Auseinandersetzungen war. Der serbische Name Belgrads Beograd bezeichnet durch die Vorsilbe “Beo” eine “weiße” Stadt. Während des Kalten Krieges war Belgrad ein wichtiges politisches Zentrum, da sich Jugoslawien nicht von der Sowjetunion vereinnahmen ließ, sich zu den blockfreien Staaten zählte und somit eine wichtige Begegnungsstätte von Staatslenkern aus aller Herren Länder darstellte.

Die Festung Belgrad und die sie umgebende historische Altstadt erheben sich über die Pannonische Tiefebene bis auf 125 m über N.N. . Das ist rund 50 Meter höher als das umliegende Gelände. In dem Winkel zwischen der Donau und der Save-Mündung entstand im vormaligen Überschwemmungsgebiet die moderne Neustadt. Belgrad liegt direkt auf dem 45. nördlichen Breitengrad. Das Klima kann als gemäßigt kontinental bezeichnet werden. Nichts desto trotz sind die in Europa bekannten vier Jahreszeiten auch hier deutlich ausgeprägt.

Nach dem Zerfall des Ostblockes löste sich auch das ehemalige Jugoslawien Schritt für Schritt in seine Teilrepubliken auf. Für eine gewissen Zeit fungierte Belgrad dann noch als Hauptstadt Restjugoslawiens. Damals wurden politisch und gesellschaftlich äußerst unruhige Zeiten durchlebt, die sich jetzt langsam zu beruhigen scheinen. Die einzelnen Republiken konsolidieren sich langsam und wir werden in weniger als zehn Jahren erleben, dass auch die Republik Serbien mit ihrer Hauptstadt Belgrad zur Europäischen Union gehören. Dies wird sowohl für Europa als auch für Serbien zu beiderseitigem Vorteil gereichen.

Dein blaues Band …

11. März 2011

Wie heißt es doch in dem Lied „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß so treffend: „… dein blaues Band knüpft Land an Land …“. In der Tat durchfließt oder berührt der Fluss insgesamt 10 europäische Länder. Die Donau entspringt in Deutschland in den Bergen des Schwarzwaldes, ist bei Sigmaringen bereits ein Fluss und erreicht dann Regensburg, um wenig später als zweitem Land Österreich ihre Ehre zu erweisen. Mit dem Inn nimmt die Donau gleich einen richtigen Schluck aus der Pulle. In Linz holt sie sich ein Stück Torte ab und erstarkt weiter. Der Stadt Wien verleiht sie ihren einzigartigen Charakter, denn was wäre Wien ohne die Donau ? Sogleich geht es schnurstracks auf die slowakische Grenze zu. Die Hauptstadt der Slowakei, Bratislava, bekommt die Donau schon als einen breiten Fluss zu Gesicht. Von hier aus markiert der Fluss die Grenze zu Ungarn, um im weiteren Verlauf bei Esztergom am Donauknie der Slowakei Lebewohl zu sagen. Nun fließt die Donau in südliche Richtung, anstatt wie bisher von Westen nach Osten. Bald sammelt die Donau eine weitere Perle an ihren Ufern auf, nämlich die ungarische Hauptstadt Budapest. Von der Fischerbastei und vom ungarischen Parlamentsgebäude wird sie standesgemäß gegrüßt. Einen wichtigen Zustrom aus der ungarischen Puszta stellt die Theiß dar. Zuvor hatte die Donau aber schon Kroatien Guten Tag gesagt und Novi Sad durchflossen. Die nächste Station heißt jetzt Serbien und der fällige Staatsbesuch wird in der Hauptstadt Belgrad abgehalten. Mit dem Eintritt in das rumänische Staatsgebiet steht der Donau der schwierigste Teil ihrer Wegstrecke bevor. Sie muss das Eiserne Tor passieren. Die vormals engen Schluchten stellten eine beschwerliche Passage dar. Nun ist dort eine Staumauer errichtet worden und die Donau muss sogar arbeiten, um Elektrizität zu produzieren. Über eine lange Strecke bildet sie dann die Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien. Langsam nähert sie sich allerdings Ihrer Mündung. Auf dem Weg dorthin möchte sie jedoch das kleine Land Moldawien nicht einfach so links liegen lassen sondern berührt es mit ihrem Ufer auf einer Länge von einem halben Kilometer (such a lovely touch). Ähnlich kurz wird die Ukraine gestreift, bevor sich die Donau majestätisch in einem gewaltigen Delta auf rumänischem Gebiet in das Schwarze Meer ergießt.